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Hornkuh-Initiative – Achtungserfolg an der Urne

Abstimmungsergebnis «Hornkuh-Initiative»
Stände (5/26)
Volk (45.3 % Ja)
Quelle: BFS/Abstimmungsstatistik, 2018.

Mit der fast im Alleingang durch Bergbauer Armin Capaul realisierten Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)» sollten finanzielle Anreize für landwirtschaftliche Betriebe geschaffen werden, wenn diese behorntes Vieh halten. Unterstützt wurde die Initiative von SP, GLP und Grünen sowie Bio-Suisse und dem Schweizer Tierschutz. Gegner der Initiative waren die bürgerlichen Parteien (SVP, FDP, CVP, BDP). Der Bauernverband beschloss Stimmfreigabe.

Die Initiative konnte einen Achtungserfolg an der Urne verbuchen. Fünf von 26 Kantonen stimmten für das Anliegen und 45,3 Prozent des Stimmvolks.

Abstimmungsergebnis «Hornkuh-Initiative» nach Gemeinden
Ja-Anteile und Stimmbeteiligungen in Prozent
Quelle: BFS/Abstimmungsstatistik, 2018.

Besonders hoch war die Zustimmung im Süden und Osten der Genferseeregion sowie im Tessin, in den Ballungszentren von Zürich und der Nordwestschweiz. In der Zentralschweiz war die Ablehnung insgesamt höher.

Von den zehn grössten Städten nahmen deren acht die Initiative an. Am meisten Unterstützung fand die Vorlage in Genf (63,5 %), Biel (62 %) und Basel (57.9 %), die geringste in St. Gallen (47,4 %) und Lugano (48,2 %). Luzern nahm die Initiative mit 50,3 Prozent knapp an. Die höchste Zustimmung fand sich in der Gemeinde Zwischenbergen (Kanton Wallis) mit 88,6 Prozent, die tiefste Zustimmung war mit 9,5 %. in Brot-Plamboz (Kanton Neuenburg).

Abstimmungsergebnis «Hornkuh-Initiative» in den 10 grössten Städten
Ja-Anteile und Stimmbeteiligungen in Prozent
Quelle: BFS/Abstimmungsstatistik, 2018.

Die Abstimmung wurde durch die Konfliktlinie Zentrum-Peripherie, die politischen Orientierung, sozio-demographische Merkmale und regionale Unterschiede geprägt. Mit zunehmender Urbanisierung nahm die Zustimmung zur Vorlage zu. Im Vergleich zu ländlichen Regionen war die Zustimmung in Kleinagglomerationen um 1 Prozent, in Gürtelgemeinden um 1,8 Prozent und in Kerngebieten um 2,1 Prozent höher. Einen leicht positiven Einfluss von 0,7 Prozent fand sich in Gebieten mit hohem durchschnittlichen Siedlungswachstum.

«Hornkuh-Initiative» - Indikatoreneinfluss auf das Abstimmungsergebnis
Mehrebenenanlyse (Random intercept Regression)
Quelle: BFS/ESTV, 2018. Modell: Laurens Abu-Talib.

Deutlich höhere Zustimmung fand die Vorlage in politischen Gemeinden mit linken Mehrheiten (3,3%). Der Einfluss bürgerlicher Mehrheiten war schwächer, wobei rechts-konservative Gemeinden mit 2,1 Prozent stärker gegen die Initiative stimmten als rechts-progressive (1,6 %). Während in der deutschen und französischen Schweiz die kulturellen Unterschiede keine Rolle spielten, fiel die Zustimmung in der italienischen Schweiz um 10,1 Prozent höher aus. Gemeinden mit hohem Rentner- und Ausländeranteil stimmten deutlich um 4,5 Prozent stärker zu. Mit steigendem Medianeinkommen nahm die Zustimmung leicht um 0,6 Prozentpunkte ab, während sie bei hoher Bevölkerungsdichte um 0,6 Prozent leicht zunahm.