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EU-Waffenrichtlinie – Städte und Progressive überstimmen konservative Kräfte

Abstimmungsergebnis «EU-Waffenrichtlinie»
Stände (25/1)
Volk (63.7 % Ja)
Quelle: BFS/Abstimmungsstatistik, 2019.

Mit dem Bundesbeschluss zur Übernahme der Richtlinie (EU) 2017/853 zur Änderung der EU-Waffenrichtlinie soll die revidierte Waffenrichtlinie der EU in nationales Recht übernommen werden. Die Änderung erschwert unter anderem die Zulassung von halbautomatischen Waffen mit grossem Magazin. Gegen die Vorlage haben Schützenverbände erfolgreich das Referendum ergriffen. Mit Ausnahme der SVP waren alle Parteien für die Annahme der Vorlage.

Am 19. Mai 2019 fand die Vorlage mit 63,7 Prozent eine klare Zustimmung beim Stimmvolk. Der höchste Anteil Ja-Stimmen fand sich mit 72,6 Prozent im Kanton Neuenburg. Einzig im Tessin fand die Vorlage mit 45,5 Prozent keine Mehrheit.

Abstimmungsergebnis «EU-Waffenrichtlinie» nach Gemeinden
Ja-Anteile und Stimmbeteiligungen in Prozent
Quelle: BFS/Abstimmungsstatistik, 2019.

In der Romandie, dem Espace Mittelland, in Zürich und der Nordostschweiz fand die Vorlage die grösste Zustimmung. In der Zentralschweiz, dem Wallis sowie der Südost- und Nordwestschweiz war die Unterstützung dagegen etwas zurückhaltender.

Mit Ausnahme von Lugano haben die zehn grössten Städte der Vorlage mit Ja-Anteilen von deutlich über 70 Prozent zugestimmt. Am Stärksten war diese mit 84,8 Prozent in Bern, was auch dem insgesamt höchsten gemessenen Ja-Anteil entspricht.

Abstimmungsergebnis «EU-Waffenrichtlinie» in den 10 grössten Städten
Ja-Anteile und Stimmbeteiligungen in Prozent
Quelle: BFS/Abstimmungsstatistik, 2019.

Anhand der Regressionsanalyse wird deutlich, dass die Vorlage über fast sämtliche Indikatoren hinweg gewirkt hat. Besonders in den urbanen Gebieten war die Zustimmung um 6 bzw. 8 Prozentpunkte deutlich höher als in ländlichen Regionen. Zudem zeigt sich, dass in Gemeinden mit links- und rechts-progressiven Mehrheiten die Zustimmung um 1,8 bzw. 3,6 Prozentunkten höher lag. Dagegen nahm sie in rechts-konservativen Gemeinden um 6,3 Prozentpunkte ab.

«EU-Waffenrichtlinie» - Indikatoreneinfluss auf das Abstimmungsergebnis
Mehrebenenanlyse (Random intercept Regression)
Quelle: BFS/ESTV, 2019. Modell: Laurens Abu-Talib.

Ebenfalls signifikanten Einfluss auf die Zustimmung hatten ein hoher Frauen-, Rentner- sowie Ausländeranteil. Wo der Anteil Ausländer jedoch stark zunahm, tendierten die Wähler eher zu einem Nein. Gemeinden mit hohem Medianeinkommen stimmten zwar eher für die Vorlage, jene mit raschem Einkommenswachstum dagegen eher nicht.